Vertreterversammlung 2016

Mit Optimismus in die nächsten Jahre

Raiffeisenbank Thannhausen zeigt sich sehr zufrieden, führt keine Fusionsgespräche und hält an den Geschäftsstellen fest.

Thannhausen

Die Raiffeisenbank Thannhausen habe sich, so deren Vorstandssprecher Herbert Klein gleich zu Beginn der 33. Vertreterversammlung im örtlichen Pfarrheim, wieder erfolgreich am Markt behaupten können, was insbesondere auf das hohe in sie gesetzte Vertrauen der Kunden zurückzuführen sei. Während sich auch hier die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank negativ auswirke, sei der wirtschaftliche Erfolg der Raiffeisenbanken nicht zuletzt – wie in den vergangenen 150 Jahren – mit deren gesellschaftlichem Handeln verbunden.

Positive Erkenntnisse

Vor Ort gelte man als die erste Adresse, weswegen auch keine Geschäftsstellenschließungen hätten vorgenommen werden müssen. Jene in Ursberg werde heuer saniert, und sämtliche Zweigstellen, so Klein weiter, würden auch weiter täglich geöffnet sein. Dies sei den Mitbewerbern gegenüber ein wichtiger Vorteil. Zudem verfüge man allerorten über modernste Technik. Persönliche Beratung und die Möglichkeiten des Online-Banking seien hier eine gedeihliche Verbindung eingegangen. Außerdem habe jüngst der Pachtvertrag mit der Waren GmbH um weitere fünf Jahre verlängert werden können.

Kritik an der EZB

Nicht umsonst sei in nun mehr als 80 Jahren keine Volks- und Raiffeisenbank in die Insolvenz gegangen. „Keine Haftung ohne gegenseitige Kontrolle“ laute seit jeher das Motto. Klein kritisierte indes vehement die von der EZB verfolgte Politik der niedrigen Zinsen, wovon die Schuldner, nicht aber die Sparer profitieren würden. Auch so ließen sich Staatsschulden abbauen, während das faktische Abschaffen des Zinses den klassischen Banken die Arbeit vehement erschwere.

Rückschau und Ausblick

Die Präsentation des Zahlenwerks oblag sodann Kleins Vorstandskollegen Gerhard Böck, der das Ganze zunächst in fünf Punkte zusammenfasste: eine gestiegene Bilanzsumme (von 213 auf nunmehr 228 Millionen Euro), einen Zuwachs bei den Einlagen sowie im Kreditgeschäft, eine gute Ertragslage sowie eine sehr gute Vermögenslage.

Böck gewährte aber auch einen Ausblick auf die kommenden fünf Jahre und sprach dabei von einer Fortdauer des Niedrigszines, wohl rückläufiger Erträge, einer nötigen Optimierung der Prozesse, dem Bestreben, auch weiter eine moderne leistungsfähige Bank zu sein sowie dem Trachten, stetig Qualität vor Ort zu gewähren.

Weiter vor Ort

Er, so Böck, blicke trotz vieler nicht einfacher Anforderungen optimistisch in die Zukunft. Wie sein Vorredner bestätigte das Vorstandsmitglied, dass keine Schließungen geplant seien: „Wir bleiben vor Ort!“. Zudem sei die hiesige Raiffeisenbank ein verlässlicher Steuerzahler mit einem Bilanzgewinn für 2015 von rund 523.000 Euro.

Die weiteren wesentlichen Zahlen lesen sich wie folgt: bankeigene Wertpapiere 91,0 Millionen Euro (2014: 79,1 Millionen), Kundenforderungen 116,7 Millionen Euro (2014: 113,1 Millionen), Erhöhung der Kundeneinlagen um 6,8 Prozent auf 166,7 Millionen Euro, Kundenanlagevolumen 267,7 Millionen Euro (2014: 250,6 Millionen Euro).

Die Mitgliederzahl stieg auf zuletzt 5.579 an, womit nun 58 Prozent der Kunden auch Teilhaber der Bank sind. Das Eigenkapital beläuft sich auf 30,5 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter inklusive fünf Auszubildenden und Studenten beträgt derzeit 47. Und der Gewinn wird wie üblich verwendet, also auch in Form ein vierprozentigen Dividende für die Mitglieder.

Neues Vorstandsmitglied – neue Aufsichtsrätin

Es folgte der letztmalige Bericht des nunmehr aus Altersgründen ausgeschiedenen Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Miller (siehe Woche 19-16), der zu verstehen gab, dass der Genossenschaftsverband Bayern der Raiffeisenbank Thannhausen nach erfolgter Prüfung wieder das beste Zeugnis habe ausstellen können, was zum Erteilen des uneingeschränkten Bestätigungsvermerks geführt hätte. Miller attestierte sowohl der Vorstandschaft, als auch den Mitarbeitern eine „starke Leistung“ und ermunterte die Anwesenden, dieser Genossenschaft weiter ihr Vertrauen zu schenken.

Auch habe man nun den seit vier Jahren als Prokurist hier tätigen Gerrit Ambrosy (wir berichteten) in den Vorstand bestellen können. Für Josef Miller wurde nach einstimmigem Votum mit Alexandra Wallner (Bayersried) erstmals eine Frau in den Aufsichtsrat berufen.

In der abschließenden Aussprache tauchte lediglich die Frage auf, ob man den kursierenden Gerüchten einer womöglich bevorstehenden Fusion Glauben schenken dürfe. Dem trat Vorstandssprecher Herbert Klein entgegen, indem er zu verstehen gab, dass es derzeit keinerlei diesbezüglichen Gespräche gebe. Eine Fusion sei auch immer nur dann sinnvoll, wenn alles regional zusammenpasse.

Josef Miller (Zweiter von links) wurde als Aufsichtsratsvorsitzender verabschiedet. Dies nahmen (von links) Vorstand Gerhard Böck, Vanessa Bergmann vom Genossenschaftsverband Bayern sowie die Vorstände

Text und Bild: Günther Meindl