Neujahrskonzert im Zeichen des Jubiläums

„Meisterwerke der Kammermusik“ am 27. Januar wieder in der Aula der Anton-Höfer-Grundschule Thannhausen

Kartenvorverkauf läuft

Thannhausen.

Alljährlich erwartet die Musikfreunde aus nah und fern in der Aula der Anton-Höfer-Grundschule Thannhausen ein Konzert, das dank seiner Güte weithin alles andere in den Schatten stellt – und dies seit nunmehr bereits 20 Jahren. „Meisterwerke der Kammermusik“ nennt sich die Reihe, die inzwischen ein riesiges Stammpublikum gefunden hat. Ermöglicht wird das Ganze durch die seit Beginn bestehende Sponsorschaft seitens der Raiffeisenbank Thannhausen, wobei sich in den letzten Jahren auch noch die Dr.-Georg-und-Lu-Zimmermann-Stiftung als Financier hinzugesellt hat. Ohne diese beiden Geldgeber wäre es allenfalls mit einem auf dem „flachen Land“ kaum darstellbaren Eintrittsgeld möglich, die „Meisterwerke“ zur Austragung kommen zu lassen. Denn diesen gebührt nur ein einziges Prädikat – und das lautet: Weltklasse. So spielt diesbezüglich auch Thannhausen in der 1. Liga mit.

Ein Hiesiger als „Spiritus Rector“

In erster Linie zu verdanken ist all das jedoch einem Mann, der von Anfang an für diese hochkarätige Konzertreihe „Pate“ stand. Harald Harrer, ein gebürtiger Thannhausener und begnadeter Klarinettist, den nach wie vor enge Bande mit seiner Heimatstadt verbinden, hat die „Meisterwerke“ kreiert und sie dank seiner vorzüglichen Beziehungen zu Kollegen von Weltruhm bis heute am Leben gehalten. Und das soll, geht es nach den Verantwortlichen, weiter Bestand haben. Während der Musikprofessor am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg in aller Regel selbst auch aktiv mit von der Partie ist, fungiert sein Vater Hugo Harrer gleichfalls von Beginn an und bis zum heutigen Tag als kompetenter Organisator dieses musikalischen „Highlights“.

Vier Interpreten der Spitzenklasse

Seit geraumer Zeit sind die „Meisterwerke der Kammermusik“ als Neujahrskonzert zu hören – und so wird es auch zum 20-jährigen Jubiläum wieder sein: Am Freitag, 27. Januar, 19.30 Uhr, sind neben Harald Harrer auf der Klarinette zwei Damen und ein weiterer Herr zur Neuauflage der Veranstaltungsreihe in der Mindelstadt zu Gast: die Sopranistin Cathrin Lange, Raphaela Gromes auf dem Violoncello und Julian Riem am Klavier. Alle vier Interpreten zählen in ihrem jeweiligen Metier zur absoluten internationalen Spitzenklasse und gastieren weltweit in den renommiertesten Konzertsälen.

Cathrin Lange

Über Cathrin Lange schrieb die Süddeutsche Zeitung: „Ihr Timbre kann zu Tränen rühren, ihre Koloraturen sind von fliegender Eleganz ...“ Die gebürtige Aachenerin ist seit 2009 Ensemblemitglied am Theater Augsburg. Gastengagements führen sie aber auch zu vielen Opernhäusern im gesamten europäischen Raum. 2014 erhielt die Sopranistin den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte „Darstellende Kunst“. Ihre enorme Bandbreite reicht von Mozart bis hin zu modernen Partien.

Raphaela Gromes

Raphaela Gromes begann bereits als Vierjährige mit dem Cellospiel. Schon bei ihrem Debüt als Solistin wurde sie vom Publikum wie der Presse überschwänglich gefeiert. Heute widmet sich die aparte junge Frau insbesondere auch der Kammermusik. Das Aufzählen der von ihr gewonnenen Preise und Stipendien würde hier den zur Verfügung stehenden Rahmen sprengen. Sie spielt ein Violoncello aus den Jahren um 1855, das ihr aus privater Hand zur Verfügung gestellt wird.

Julian Riem

Musikalisch eng arbeitet Raphaela Gromes mit ihrem langjährigen Klavierpartner Julian Riem zusammen, der bei den „Meisterwerken“ in Thannhausen gleichfalls zu hören sein wird. Der Münchner Pianist gewann internationale Klavierwettbewerbe und konzertiert als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter regelmäßig in ganz Europa, Japan und den USA. Hinzu gesellen sich weltweite Auftritte bei großen Festivals und Opernfestspielen. Unter anderem konzertiert er ferner mit dem Symphonieorchester Madrid, der Südwestdeutschen Philharmonie oder den Münchner Bachsolisten. Neben dem klassischen Repertoire setzt sich Riem aber auch für zeitgenössische Komponisten ein.

Harald Harrer

Der „Lokalmatador“ Harald Harrer konnte sich bereits in frühen Jahren als Klarinettist des „Arcis Quintetts“ auszeichnen. Solo- und Ensembletourneen führten ihn nach Japan, Spanien, Russland, Südafrika, Indien, Australien, in die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Libanon, den Oman sowie nach Ägypten, Syrien, Jordanien, Südkorea, Argentinien, Brasilien und Peru. Außerdem musiziert er gemeinsam mit Musikern der Berliner und Wiener Philharmoniker sowie des Bayerischen Staatsorchesters in diversen Ensembles. Bis heute dauert auch seine Aushilfstätigkeit und Mitgliedschaft bei den Münchner Philharmonikern, dem BR-Rundfunkorchester sowie dem Orchester der KlangVerwaltung an.

Das Programm

Zur Aufführung kommen diesmal Werke von Franz Schubert für Sopran, Klarinette und Klavier, von Gioachino Rossini für Violoncello und Klavier, von Frédéric Chopin für Klavier solo, Peter von Winter für Sopran, Klarinette und Klavier sowie – nach der Pause im etwas „leichteren Teil“ – von Michail Glinka für Klarinette, Violoncello und Klavier, von Mario Castelnuovo-Tedesco für Violoncello und Klavier, von Charles Gounod sowie Frederic Loewe, jeweils für Sopran und Klavier.

Stets ausverkauft

Bislang konnten sämtliche Veranstaltungen der „Meisterwerke“ über zwei Jahrzehnte hinweg „Restlos ausverkauft“ vermelden. Wie Gerhard Böck, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Thannhausen, zu verstehen gab, freue es ihn, dass die hier gastierenden Künstler – nicht zuletzt des phantastischen Publikums wegen – Jahr für Jahr gerne in die Mindelstadt kämen. Daher werde die Bank  die „Meisterwerke“ auch künftig fördern.

Karten bei der Raiffeisenbank

Hinsichtlich des Kartenpreises, so Böck weiter, habe sich nichts geändert. Sie würden weiter nur zwischen 16 und 19 Euro kosten – und sich natürlich auch wunderbar als Weihnachtsgeschenk eignen. Der Vorverkauf bei der Raiffeisenbank Thannhausen hat längst begonnen. Die nummerierten Karten gibt es wie immer im Bankhaus unter Telefon 08281/9960-864. Und den Erfahrungen nach sollten die bislang noch Unentschlossenen schnell zugreifen, bevor es zu spät ist.

Die Sopranistin Cathrin Lange

Die Cellistin Raphaela Gromes

Der Pianist Julian Riem

 

von Günther Meindl